Projektbereiche
Mitglieder
Projekt SVP - Strukturierte Versorgung Parkinson
Leitung: Paul ReutherOptminierung der Parkinson Versorgung in Neurologischen / Nervenärztlichen Praxen
Posterpräsentation DGN 2006
Ausgehend von der Vision der Berufsverbände zur Optimierung der Versorgung chronisch neurologisch Erkrankter kam es frühzeitig zu einer Kooperation mit dem Kompetenznetz Parkinson. Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Mitgliedern des Kompetenznetzes Parkinson (Frau Dr. S. Spieker, Dessau / Fr. Dr. A. Gerstner, Marburg) und QUANUP (Dr. P. Reuther, Bad Neuenahr [Leiter der Arbeitsgruppe], Dr. M. Kämpfer, Neu-Isenburg, Dr. R. Ehret, Berlin, A. Simonow, Herborn) entwickelte die Grundlagen für ein spezifisches Dokumentationssystem, das krankheitsspezifische Daten aus der Langzeitversorgung sammelt, leitlinienbasierte Maßnahmenempfehlungen für Parkinson-typische Risiko- bereiche und deren Schwellen vorschlägt und den niedergelassenen Facharzt während der Langzeitversorgung seiner Patienten begleitet. Die Doku-Software wurde in 20 Pilotpraxen und 4 klinischen Einrichtungen getestet und weiterentwickelt. Erste Versorgungsdaten von 240 Patienten aus 13 Praxen konnten auf dem DGN-Kongress in Wiesbaden im September 2005 vorgestellt werden.
Parallel dazu wurde ein Modul zur qualifizierten Fortbildung medizinischer Fachangestelle (ArzthelferIn) zu Parkinson-Assistentinnen (PASS) entwickelt. Mittlerweile haben ca. 100 nicht ärztliche MitarbeiterIn in neurologischen/nervenärztlichen Praxen diese Spezialisierung erfolgreich abgeschlossen und setzen die Erfahrungen in den jeweiligen Praxen mit ihren Ärzten um. Die Termine der nächsten Ausbildungskurse im Herbst 2007 sind auf der ersten Seite dieser homepage angekündigtwerden in Stuttgart und in Berlin-Brandenburg durchgeführt.
Ein weiteres Modul des SV-P-Projektes das Hausarzt Kooperationsprojekt , bei der die beteiligten Praxen in ihren Versorgungsregionen Kontakt zu Hausärzten suchen und mit vorbereitetem Material Fortbildungsveranstaltungen in hausärztlichen Qualitätszirkeln anbieten, um Hausärzte über die neuen Entwicklungen beim Parkinson zu informieren und zur Mitarbeit in einem Früherkennungsprojekt schulen (Kurzfragebogen für die Hausarztpraxis).
Das vierte Teilprojekt von SV-P befasst sich mit der nichtmedikamentösen Behandlung und hier speziell mit der qualifizierten Heilmittelversorgung (Physio-, Ergo-, Sprachtherapie ). Durch gemeinsame Schulung der Ärzte und der Heilmittelerbringer soll dazu beigetragen werden, die nichtmedikamentöse Therapie des Parkinson zu verbessern, charakteristische Behinderungen der Patienten zu erkennen und durch zielorientierten Heilmitteleinsatz zu behandeln.
Das letzte SVP-Modul beschäftigt sich mit dem fortgeschrittenen Krankheitsbild, mit den Problemen des L-Dopa-Langzeitsyndroms , aber auch mit der Tiefenhirn-Stimulation und den in späten Krankheitsphasen auftretenden, charakteristischen Patientenproblemen.
Das SV-P-Projekt ist mit dem Ziel entwickelt worden, eine konzeptionelle Grundstruktur für Verhandlungen mit einzelnen Krankenkassen zu bieten, die in regionale Vertragsabschlüsse für ein Integriertes Versorgungskonzept "Parkinson" münden sollen. Nach der erfolgreichen Pilotphase, für die wir den beteiligten Kolleginnen und Kollegen, den Gesellschaften und Institutionen und der Deutschen Parkinson Vereinigung und den Industriesponsoren – allen voran Boehringer Ingelheim, aber auch Pfizer, Cephalon, TAD, Medtronics – danken, ist die Zeit gekommen, das Projekt auf eine breitere Basis zu stellen. In der Arbeitsphase öffnen wir interessierten Kollegen jetzt gerne den Zugang zur Teilnahme. Mit zwei Workshops pro Jahr, mit Software- und Logistik-Support, mit konkreten Qualifizierungsmaßnahmen (UPDRS-Schulung etc) werden Parkinson-interessierte Kolleginnen und Kollegen unterstützt.