Die ambulante Versorgung von Parkinson Patienten ist eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe. Die Vielzahl der möglichen Parkinson Symptome und die Fülle der therapeutischen Möglichkeiten stellt für die behandelnden Ärzte eine erhebliche Herausforderung dar.

Es ist nicht immer einfach, in frühen Stadien der Erkrankung die korrekte Diagnose zu stellen. Oft erhalten Parkinson Patienten erst nach mehreren Jahren der Erkrankung die korrekte Diagnose gestellt. Die medikamentöse Therapie, die oft mehrmals täglich und zu ganz bestimmten Zeiten eingenommen werden muss, benötigt eine intensive Aufklärung und Betreuung des Patienten mit regelmäßigen klinischen Verlaufsuntersuchungen und ständigen Anpassungen bzw. Optimierungen der Behandlung. Neben der medizinischen Betreuung ist auch eine intensive Beratung bzgl. der Vielzahl von betroffenen Lebensbereichen wichtig (Führen eines Fahrzeuges, Hilfestellung bei Antrag einer Schwerbehinderung beim Versorgungsamt, Einleitung einer rechtlichen Betreuung falls notwendig, Hilfe bei Antragstellung zu Pflegeleistungen). Zusätzlich erfordern die nichtmotorischen Symptome der Parkinson Erkrankung wie z.B. Blasenstörungen, Kreislaufschwankungen, Depressionen oder Demenz eine sehr individuelle und auf den Einzelfall zugeschnittene Betreuung. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommen schließlich komplexe Therapieverfahren zur Anwendung die besondere Erfahrungen und Kompetenzen der behandelnden Ärzte und medizinischen Fachangestellten erfordern.

Für eine kompetente Versorgung der Parkinson Patienten ist auf Grund der beschriebenen Besonderheiten und Probleme ein sehr hoher Zeitaufwand notwendig, der im üblichen, hektischen Praxis Alltag oft nicht zu leisten ist. Die Komplexität der Beschwerden und die Vielfältigkeit der Behandlungsverfahren erfordern darüber hinaus vertiefte Kenntnisse der Erkrankung und besondere strukturelle Voraussetzungen in der Praxis. Diese Voraussetzungen können üblicherweise in durchschnittlichen neurologischen Praxen nicht vorgehalten werden.
Eine optimierte Versorgung von Parkinson Patienten sollte daher idealerweise in spezialisierten Parkinson Schwerpunkt Praxen mit Ärzten und medizinischen Fachangestellten erfolgen, die zum einen besondere Erfahrungen in der Versorgung von Parkinson Patienten besitzen und alle für die Betreuung notwendigen Kompetenzen anbieten können. In diesen Parkinson Praxen können diagnostische Konzepte für jeden Patienten erstellt werden, alle erforderlichen diagnostischer Maßnahmen einschließlich der Diagnostik von Begleit- und Folgeerkrankungen geplant und koordiniert werden sowie unter Anwendung wissenschaftlich anerkannter Therapieverfahren die Behandlung der Patienten durchgeführt werden.

In diesen Schwerpunktpraxen kann durch eine rechtzeitige Eskalation der Therapie im Krankheitsverlauf zum Erhalt der Lebensqualität beigetragen werden. Darüber hinaus wird in diesen Praxen die erforderliche interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Internisten, Urologen, Physio- und Ergotherapeuten und Logopäden koordiniert und gesteuert. Das Behandlungsangebot der Schwerpunktpraxen umfasst auch supportive Therapien (Behandlungen der Nebenwirkungen und Komplikationen, der Therapie oder der Erkrankung, Ernährungsberatung, Angehörigenberatung, Physiotherapie, Ergotherapie) und eine Behandlung in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung.

Die Schwerpunktpraxen müssen definierte Kriterien erfüllen (s. Kriterienliste für Parkinson Schwerpunktpraxen) und werden von der deutschen Parkinson Vereinigung geprüft und zertifiziert.